Ertragswert berechnen: Was ist Ihre Renditeimmobilie wert?

Der Ertragswert zeigt, welchen Wert eine vermietete Immobilie anhand ihrer Einnahmen haben kann. Besonders bei Mehrfamilienhäusern, Renditeliegenschaften oder Gewerbeimmobilien hilft das Ertragswertverfahren, den Immobilienwert realistisch einzuschätzen.

Ertragswertverfahren: die wichtigsten Fragen im Überblick

1. Was ist der Ertragswert einer Immobilie? 

Der Ertragswert einer Immobilie zeigt, welchen Wert eine Liegenschaft aufgrund ihrer möglichen Einnahmen hat. Im Mittelpunkt steht also nicht nur die Immobilie selbst, sondern vor allem die Frage: Wie viel Ertrag kann dieses Objekt langfristig erwirtschaften?

Das Ertragswertverfahren wird vor allem bei Immobilien verwendet, die vermietet sind oder vermietet werden können. Dazu gehören zum Beispiel Mehrfamilienhäuser, Wohn- und Geschäftshäuser, Gewerbeimmobilien oder andere Renditeobjekte.

Für Eigentümer ist der Ertragswert besonders wichtig, wenn sie eine vermietete Immobilie verkaufen, kaufen, vererben oder finanzieren möchten. Denn bei solchen Objekten fragen Käufer meist nicht nur: „Wie schön ist die Immobilie?“, sondern vor allem: „Welche Rendite ist realistisch?“

Gut zu wissen

Der Ertragswert basiert auf Mieteinnahmen, Kosten, Risiken und dem aktuellen Marktumfeld. Dadurch hilft er, den Wert einer Renditeimmobilie nachvollziehbarer einzuordnen.

2. Wie funktioniert das Ertragswertverfahren?

Beim Ertragswertverfahren wird der Immobilienwert aus den erzielbaren Erträgen abgeleitet. Vereinfacht gesagt wird geprüft, welche Einnahmen die Immobilie bringt und welche Kosten davon abgezogen werden müssen.

Ausgangspunkt sind meist die Mieteinnahmen. Davon werden Bewirtschaftungskosten, Unterhalt, Verwaltung, Leerstandsrisiken oder weitere Aufwendungen abgezogen. Das Ergebnis zeigt, welcher Nettoertrag mit der Immobilie realistisch erzielt werden kann.

Dieser Nettoertrag wird anschliessend mit einem Kapitalisierungssatz bewertet. Der Kapitalisierungssatz hängt unter anderem von Lage, Zustand, Nutzung, Mietrisiko, Zinsumfeld und Renditeerwartung ab. Je höher das Risiko, desto höher ist in der Regel der Kapitalisierungssatz – und desto tiefer fällt der berechnete Ertragswert aus.

In diesem vereinfachten Beispiel wird von einem kleinen Mehrfamilienhaus mit jährlichen Mieteinnahmen von CHF 48’000 ausgegangen.

Berechnungsschritt Betrag
Monatliche Mieteinnahmen CHF 4’000
Jährliche Mieteinnahmen CHF 48’000
Unterhalt und Reparaturen – CHF 4’800
Verwaltungskosten – CHF 2’400
Leerstands- und Mietausfallrisiko – CHF 2’400
Jährlicher Nettoertrag CHF 38’400

Für die vereinfachte Berechnung wird beispielhaft ein Kapitalisierungssatz von 4.5 % angenommen.

Berechnung des Ertragswerts:

CHF 38’400 / 4.5 % = CHF 853’333
Ergebnis Betrag
Jährlicher Nettoertrag CHF 38’400
Kapitalisierungssatz 4.5 %
Vereinfachter Ertragswert rund CHF 853’000

Der Kapitalisierungssatz dient hier nur als Beispiel. In der Praxis wird er je nach Lage, Zustand, Nutzung, Risiko und aktueller Marktsituation individuell festgelegt.

3. Für welche Immobilien ist die Ertragswertmethode sinnvoll? 

Die Ertragswertmethode ist vor allem für Immobilien sinnvoll, bei denen regelmässige Einnahmen im Mittelpunkt stehen. Das betrifft vor allem vermietete oder vermietbare Objekte.

Typische Immobilien für das Ertragswertverfahren sind:

  • Mehrfamilienhäuser
  • Renditeliegenschaften
  • Wohn- und Geschäftshäuser
  • Gewerbeimmobilien
  • Büroflächen
  • vermietete Wohnungen
  • gemischt genutzte Liegenschaften

Für selbstgenutzte Einfamilienhäuser oder Eigentumswohnungen ist das Ertragswertverfahren dagegen meist weniger relevant. Dort stehen häufig Vergleichswerte, Lage, Zustand und Ausstattung stärker im Vordergrund.

Für Eigentümer ist diese Unterscheidung wichtig. Wer ein vermietetes Objekt besitzt, sollte den Wert nicht nur anhand von Fläche oder Zustand einschätzen. Entscheidend ist, wie nachhaltig die Immobilie Erträge erwirtschaftet.

4. Welche Faktoren beeinflussen den Ertragswert?

Der Ertragswert wird vor allem durch Mieteinnahmen, Kosten, Leerstand, Lage, Zustand und Renditeerwartung beeinflusst. Schon kleine Veränderungen bei Miete oder Kosten können den Wert einer Renditeimmobilie deutlich verändern.

Viele Eigentümer unterschätzen diesen Punkt. Eine Immobilie kann optisch gut wirken, aber trotzdem einen tieferen Ertragswert haben, wenn die Mieten niedrig sind, hohe Unterhaltskosten anstehen oder Leerstände drohen.

Wichtige Einflussfaktoren sind:

  • Mieteinnahmen: Höhe und Stabilität der erzielbaren Erträge
  • Bewirtschaftungskosten: Unterhalt, Verwaltung und Nebenkosten
  • Leerstandsrisiko: Mögliche Mietausfälle und Vermietbarkeit
  • Lage: Attraktivität, Nachfrage und Infrastruktur
  • Zustand: Sanierungsbedarf und erwartete Investitionen
  • Kapitalisierungssatz: Berücksichtigt Risiko und Renditeerwartung
  • Marktumfeld: Entwicklung von Mietpreisen und Zinsen

Gut zu wissen

Beim Ertragswert zählt nicht nur, was heute eingenommen wird. Auch zukünftige Risiken spielen eine Rolle. Dazu gehören zum Beispiel anstehende Sanierungen, mögliche Mietausfälle, steigende Unterhaltskosten oder Veränderungen der Nachfrage.

5. Wann sollte man den Ertragswert berechnen lassen? 

Den Ertragswert einer Immobilie sollte man berechnen lassen, wenn eine wichtige Entscheidung rund um eine vermietete Immobilie oder Renditeliegenschaft ansteht. Besonders sinnvoll ist das vor einem Verkauf, Kauf, einer Finanzierung oder einer Erbschaft.

Eine Ertragswertberechnung hilft, typische Unsicherheiten zu klären: Ist der verlangte Preis realistisch? Lohnt sich der Verkauf? Ist die Rendite attraktiv? Oder sind die laufenden Kosten höher, als es auf den ersten Blick scheint?

Eine Berechnung ist besonders hilfreich bei:

  • Verkauf eines Mehrfamilienhauses
  • Kauf einer Renditeimmobilie
  • Finanzierung oder Hypothekenprüfung
  • Erbschaft oder Vermögensaufteilung
  • Bewertung eines Mietobjekts
  • Prüfung von Mieteinnahmen und Rendite
  • Entscheidung zwischen Halten, Sanieren oder Verkaufen

Gerade beim Verkauf einer Renditeimmobilie ist der Ertragswert eine wichtige Grundlage. Käufer achten stark darauf, ob Einnahmen, Kosten und Risiken zum Kaufpreis passen.

7. Kostenlosen Ertragswert Ihrer Immobilie einschätzen

Sie möchten wissen, welchen Wert Ihre vermietete Immobilie oder Renditeliegenschaft aktuell haben könnte? Mit einer kostenlosen Online-Immobilienbewertung erhalten Sie eine erste Orientierung zum Immobilienwert – schnell, unverbindlich und datenbasiert.

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Bei der Ertragswertmethode stehen vor allem Einnahmen, Kosten und Rendite im Mittelpunkt. Besonders relevant sind Mieteinnahmen, Leerstandsrisiken, Unterhaltskosten, Zustand, Lage und die langfristige Vermietbarkeit der Immobilie.

So erhalten Sie eine erste Grundlage, um den Wert Ihrer Renditeimmobilie besser einzuschätzen und nächste Schritte – etwa Verkauf, Finanzierung, Erbschaft oder eine detaillierte Bewertung – gezielter zu planen.

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Hedonische Bewertung

Die hedonische Schätzung basiert auf einem statistischen Vergleichsverfahren und gehört heute zu den wichtigsten Methoden der Immobilienbewertung in der Schweiz. Dabei wird eine Immobilie anhand aktueller Transaktionen und Vergleichsobjekte bewertet. Faktoren wie Lage, Wohnfläche, Zustand, Baujahr und Ausstattung fliessen in die Berechnung des Marktwerts ein. Die hedonische Bewertungsmethode eignet sich besonders für Einfamilienhäuser, Eigentumswohnungen und Standardimmobilien.

Realwertmethode

Die Realwertmethode bewertet eine Immobilie anhand des Gebäudewerts und des Landwerts. Dabei werden die Baukosten, der Zustand der Immobilie sowie mögliche Wertminderungen durch Alter oder Abnutzung berücksichtigt. Diese Methode wird häufig bei speziellen Immobilien eingesetzt, bei denen nur wenige Vergleichsobjekte vorhanden sind – beispielsweise bei älteren Häusern oder individuellen Liegenschaften.

Ertragswertmethode

Die Ertragswertmethode kommt vor allem bei Renditeobjekten und vermieteten Immobilien zum Einsatz. Der Immobilienwert wird dabei auf Basis der möglichen Mieteinnahmen und der langfristigen Rendite berechnet. Faktoren wie Unterhaltskosten, Leerstände und die Nachfrage am Immobilienmarkt spielen bei dieser Bewertungsmethode eine wichtige Rolle. Besonders relevant ist sie für Mehrfamilienhäuser und Anlageimmobilien.

Discounted Cashflow Methode (DCF)

Die Discounted Cashflow Methode (DCF) ist eine erweiterte Form der Ertragswertbewertung und wird häufig bei professionellen Immobilieninvestitionen verwendet. Dabei werden zukünftige Einnahmen und Kosten einer Immobilie prognostiziert und auf den heutigen Marktwert abgezinst. Die DCF-Methode eignet sich besonders für grössere Renditeobjekte, Gewerbeimmobilien und komplexe Immobilienprojekte.

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FAQs

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Hausbewertung.

Wann ist eine Immobilienbewertung wichtig?

Eine Bewertung der Immobilie ist sowohl für Hauskäufer als auch Hausverkäufer bedeutend. Viele Eigentümer haben vor einem Immobilienverkauf keine genaue Vorstellung davon, welchen Marktwert ihre Immobilie aufweist. Der selbst geschätzte Immobilienwert basiert oftmals auf dem damaligen Marktwert oder dem emotionalen Wert des Objekts. Entsprechend besteht bei Hauskäufern oftmals Unsicherheit über den tatsächlichen Wert der Immobilie aufgrund fehlender Transparenz. Der Marktwert einer Immobilie verändert sich je nach Konjunktur und ist Abhängig von Angebot und Nachfrage. Somit sind umfassende Kenntnisse des regionalen Immobilienmarktes für eine akkurate Wertermittlung der Immobilie unabdingbar. Als Verkäufer können Sie nur dann einen realistischen Preis auf dem Immobilienmarkt erzielen, wenn Sie den tatsächlichen, datenbasierten Wert ihrer Immobilie kennen. Ein zu hoch angesetzter Preis schreckt potentielle Käufer ab, während ein zu niedriger Verkaufspreis zu einem grossen Vermögensverlust führen kann. Mit einer datenbasierten Immobilienbewertung können diese Fehler vermeiden werden und das Objekt schnell und zufriedenstellend verkauft werden. Entsprechend hilft auch Hauskäufern eine datenbasierte Immobilienbewertung, um die nötige Sicherheit zum Preis des Wunschobjekts zu erhalten und Entscheidungen im Kaufprozess fundiert zu fällen. Lesen Sie dazu auch unseren Artikel "Hedonische Schätzung: So bewerten wir den Wert von Immobilien" im Houzy Magazin.

Welche Vorteile ergeben sich mir durch eine Online-Immobilienbewertung?

Die digitale Immobilienbewertung von Houzy analysiert mit nur wenigen Angaben den Wert Ihres Wohneigentums - und das komplett kostenlos und unverbindlich. Die Analyse basiert auf ersten relevanten Kriterien wie der Grundstück- und Wohnfläche oder dem geschätzten Hauszustand und dient so als erster Anhaltspunkt. Die Immobilienbewertung ist in 5 einfachen Schritten in unter 5 Minuten durchgeführt und bietet Ihnen eine unabhängige, neutrale Schätzung des Immobilienwerts. Anhaltender Mehrwert ergibt sich für Sie auch durch die automatisch analysierten Marktwertänderungen, die Sie quartalsweise in Ihrem Houzy Account einsehen können. Auch unsere qualifizierten Makler-Partner, wie Engel & Völkers, stehen Ihnen nach der Immobilienbewertung bei Bedarf kostenfrei für eine Vor-Ort-Analyse zur Verfügung.

Warum ist die Immobilienbewertung kostenlos?

Houzy ist eine junge Firma und finanziert sich durch die Vermittlung von Dienstleistungen Dritter sowie durch Werbe-Partnerschaften mit nationalen und regionalen Partnern. Sie als Benutzer entscheiden aber immer selbst, wann Sie was und mit wem teilen möchten und behalten somit stets die Datenhoheit. Die Nutzung unserer Immobilienbewertung und unserer Plattform ist für Sie somit dauerhaft kostenlos. Bei Bedarf beraten Sie unsere Makler-Partner in einem zweiten Schritt gerne persönlich. Auch dieser Service bleibt kostenlos und unverbindlich.

Wie genau ist das Ergebnis der Online-Immobilienbewertung von Houzy?

Das Ergebnis der Immobilienbewertung von Houzy ist eine objektive Marktwertschätzung, die für die meisten Häuser oder Wohnungen in der Schweiz genau genug ist. Darum setzen viele Banken auf die hedonische Bewertung. Sie berücksichtigt alle Transaktionspreise vergleichbarer Immobilien in der Region. Das Computermodell unterteilt ein Objekt in Qualitätseigenschaften, damit es mit anderen Objekten vergleichbar ist, und  berechnet mit einer multiplen Regressionsanalyse, wie stark die Qualitätseigenschaften den Preis beeinflussen.